Kevin Isenberg
Volkswagen Classic Parts

Von 100 Projekten auf 20 — und ein Shop, der verkauft

Übernahme eines Portfolios aus 100+ unkoordinierten Projekten und einem scheiternden Online-Shop — hinterlassen wurden ein gesteuertes Portfolio von 20 Projekten und ein funktionierendes E-Commerce-Ökosystem.

📉 100+ → 20

Projekte nach Konsolidierung

💰 20% weniger

Programmkosten

🛒 E-Commerce-Ökosystem

Auf Adobe/Magento eingeführt

Adobe Commerce / Magento E-Commerce Lean Portfolio Management

⚡ Die Herausforderung

Zwei Probleme, die sich als dasselbe Problem herausstellten.

  • Über 100 unkoordinierte Projekte, jedes für sich begründbar, in Summe eine Belastung für Budget und Agilität
  • Ein technisch veralteter Online-Shop, der kommerziell scheiterte
  • Keine Portfolio-Sicht: niemand konnte sagen, welche Projekte die Ablösung des Shops finanzierten und welche mit ihr konkurrierten

Man kann keinen Shop reparieren, während hundert unverbundene Initiativen still die Kapazität aufbrauchen, ihn zu reparieren.

🧭 Mein Vorgehen

Erst das Portfolio, dann das Produkt.

1. Das Portfolio sichtbar machen

Bevor irgendetwas gestoppt wurde, wurde alles aufgelistet. Hundert Projekte, die nie jemand an einer Stelle gezählt hatte, sind noch kein Governance-Problem — es ist ein Sichtbarkeitsproblem. Allein die Zahl veränderte das Gespräch.

2. Lean Portfolio Management einführen

Ich habe Lean Portfolio Management eingeführt, damit Finanzierungsentscheidungen anhand gemeinsamer Kriterien fielen und nicht danach, wer am hartnäckigsten nachfragte.

Die Konsolidierung von 100+ Projekten auf 20 war das Ergebnis, nicht das Ziel. Das Ziel war, dass die verbleibenden 20 endlich vernünftig besetzt werden konnten.

3. Das E-Commerce-Ökosystem einführen

Mit der freigewordenen Kapazität haben wir das E-Commerce-Ökosystem auf Adobe/Magento eingeführt — den alternden Shop ersetzt statt weiter geflickt.

📈 Ergebnisse

📚 Was ich gelernt habe

Hundert Projekte sind ein Symptom, keine Ursache. Sie sammeln sich an, weil es kein Forum gibt, in dem „Nein” gesagt werden kann. Schafft man das Forum, sinkt die Zahl von selbst.

Konsolidierung ist eine Kapazitäts-, keine Kostenentscheidung. Die 20% Ersparnis waren weniger wert als die Tatsache, dass die überlebenden Projekte endlich so besetzt werden konnten, dass sie fertig wurden.

Ersetzen schlägt Flicken — sobald man es sich leisten kann. Der Shop war in seiner alten Form nicht reparierbar. Möglich wurde die Ablösung nicht durch einen besseren Business Case, sondern dadurch, dass die Kapazität zur Umsetzung frei war.

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