Kevin Isenberg
Lesen, Methoden

Lesemethoden für Print

By Kevin Isenberg

May 5, 2020

Zeige Zusammenfassung Teile den Beitrag Beitrag drucken
Anwendung meiner Lesemethoden für Print in der Praxis

Wer mein Lese-Backlog wird feststellen, dass die Liste meiner zu lesenden Bücher lang ist und stetig wächst. Gerne würde ich euch daran teilhaben, wie ich beim Lesen vorgehe, um die (Hypo-)Thesen der Literatur herauszustellen und möglichst viel vom Wissen des Buches zu behalten. Dazu verwende ich verschiedene Markierungsmethoden mit Farbcodes, um bei einem Blick in das Buch schnellstmöglich das gesuchte Wissen zu finden…

Ein erstes Vorgehensmodell in Zeiten des Studiums

Während die Fülle an zu lesender Literatur im Studium zunimmt, wurden uns erste Methoden vermittelt, um effektiv Literatur zu lesen. Die Vorgehensweise ist dabei graphisch in Form von Markierungen oder Rahmen, mit denen Aussagen herausgestellt werden:

Dieses Vorgehen ist für normale Literatur allerdings sehr beschränkt und in dem o.g. Fall sehr anwendungsspezifisch.

Mein aktuelles Vorgehen

Beim Lesen von Literatur gehe ich nach folgendem Farbschema vor:

Und was bringt das Ganze nun?

Es verringert die Zeit bei der Suche nach relevanten Informationen in einem Buch sehr und aus den oben markierten Kategorien lässt sich schnell eine Zusammenfassung zu dem Buch generieren. Grade wenn das Buch seinen Platz im Regal findet, so ist das dort enthaltene Wissen nach einiger Zeit nicht mehr abrufbereit und aus dem Arbeitsgedächtnis verschwunden. Tritt also eine Herausforderung auf, bei dem das Wissen nützlich sein kann, so fällt beim Blättern durch das Buch schnell die markierten Aussagen in den Blick und die visuelle Wahrnehmung unseres Hirns wird zusätzlich angesprochen.

Natürlich gehen dabei die logischen Schlussfolgerungen, die der Autor vornimmt um zu seinen Definitionen oder Aussagen zu gelangen, verloren. Dies ist der Nachteil jeder Zusammenfassung.

Ich halte es aber für einen Methode, die der Anwender als Grundlage benutzen kann, um seine eigene und individuelle Methode zu entwickeln.
Dies ist notwendig, da jeder Mensch einem Bias unterliegt. Meine Annahme ist, dass ein Bias eine psychologisch und neuroligische Voreingenommenheit darstellt, die zu einer Tendenz in der Entscheidungsfindung beiträgt. Da es Muster bei Bias gibt, sind diese Muster zwar vorhanden, treten aber in individueller Kombination auf. Dies führt zur Notwendigkeit der Anpassung der Methode auf den Bias des Anwenders, z.B. zur Linderung der Auswirkungen des Bias. Selbes gilt für oben genannte Methode.

Wie lässt sich die Vorgehensweise weiterentwickeln?

Die Vorgehensweise lässt sich mit auf verschiedene Wege optimieren, um nachfolgend ein Paar zu nennen:

1. Ergänzung um Textelemente wie Kommentare oder Notizen

Es kann hilfreich sein, die eigenen Gedankengänge mittels Kommentaren oder Notizen auf Seite zu vermerken. Ist dem Anwender bewusst, dass es Schwierigkeiten beim Verständnis gibt, kann dies hilfreich sein.

2. Das Markieren der Seiten mit der auf der Seite anzutreffenden Farben

Ich tue dies, indem ich die obere linke oder rechte Ecke eines Buches mit der Farbe markiere. Werden auf den Seiten z.B. mehrere Definitionen genannt, so markiere ich die Seite mit der Farbe grün.

Wie kann mir das weiterhelfen?

Aus den farblichen Markierungen lassen sich die einzelnen Kategorien aus einem Buch extrahieren.
Dieses Extrakt kann in eine Wissensdatenbank überführt werden und steht bei Bedarf zum Abruf.
Zusätzlich sollte eine Kategorisierung vorgenommen werden, da diese Datenbank in der Übersichtlichkeit schnell an ihre Grenzen stößt.
Nachteil der Methode bei physischen Büchern ist, dass die Übertragung der farblich markierten Elemente in eine digitale Version einen hohen manuellen Aufwand mitsichbringt. Daher empfehle ich, diese Methode bei Büchern anzuwenden, deren Wirkung auf das eigene geistige Framework hoch ist und bei dem sich der Aufwand rentiert.